BUND und LPV engagieren sich gegen invasive Stauden-Lupine im Schutzgebiet

20. Mai 2025 | Artenvielfalt, Kreisverband Rheingau-Taunus, Naturschutz, OV Taunusstein

Ehrenamtliche im Einsatz für die Artenvielfalt: Schutz der heimischen Artenvielfalt durch gemeinschaftliches Engagement

Helferinnen und Helfer des BUND Taunusstein und des LPV roden die invasive Stauden-Lupine im Schutzgebiet "Aartal" Helferinnen und Helfer des BUND Taunusstein und des LPV roden die invasive Stauden-Lupine im Schutzgebiet "Aartal"  (Andreas Lange / BUND Rheingau-Taunus / Andreas Lange)

Am Freitag, 9. Mai, haben ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Ortsgruppe Taunusstein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus die invasive Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus) durch Ausgraben bekämpft. Ziel der Aktion war der Schutz der Flora und Fauna im FFH-Schutzgebiet „Aartal zwischen Hahn und Bleidenstadt“, die durch das massenhafte Vordringen der aus Nordamerika stammenden Pflanze bedroht ist.

„Die Stauden-Lupine sieht auf den ersten Blick hübsch aus, ist aber aus ökologischer Sicht problematisch“, erklärt Thomas Petsch, Vorsitzender des BUND Taunusstein. „Sie breitet sich rasch aus und verdrängt dabei konkurrenzschwache, heimische Arten – insbesondere in nährstoffarmen, artenreichen mageren Flachland-Mähwiesen, die Schutzziel im Gebiet sind.“ Jede einzelne Pflanze kann bis zu 6.000 Samen im Umkreis von 6 Metern verstreuen und sich zusätzlich auch durch unterirdische Wurzeln ausbreiten.

Die Stauden-Lupine verändert den Boden durch ihre Fähigkeit zur Stickstoffbindung. Dadurch wird der Nährstoffgehalt des Bodens erhöht – mit der Folge, dass nährstoffarme Standorte ihre typische Vegetation verlieren. Die daraus resultierende Artenverarmung betrifft nicht nur Pflanzen, sondern auch Tiere, die auf diese spezialisierten Lebensräume angewiesen sind. Im Schutzgebiet „Aartal“ ist der Wiesenknopf-Ameisenbläuling gefährdet, der auf magere Wiesen angewiesen ist.
Darüber hinaus ist die Stauden-Lupine in allen Teilen durch das Alkaloid Lupinin giftig, besonders die Samen enthalten große Mengen, so dass Tiere direkt bei der Weide oder über das Heu das Gift aufnehmen können.
„Der Schutz dieser Ökosysteme ist ein zentrales Anliegen des BUND. Deshalb ist es so wichtig, gebietsfremde Arten wie die Lupine gezielt und kontinuierlich zu entfernen“, so Thomas Petsch weiter.

BUND und LPV danken dem Flächeneigentümer Hessen mobil für die Unterstützung und besonders für die Entsorgung der gerodeten Pflanzen und Wurzelstöcke.
Für die Spaziergänger sieht die Fläche östlich des Aartal-Centers jetzt für einige Zeit sehr mitgenommen aus, die Wiese wird sich aber wieder begrünen und die offenen Stellen werden nach kurzer Zeit wieder zuwachsen.

Der BUND dankt allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die tatkräftig mitangepackt haben. „Ohne das große Engagement unserer Freiwilligen wäre ein solcher Einsatz nicht möglich gewesen. Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag zum Erhalt unserer heimischen Natur“, betont Andreas Lange vom Vorstand des BUND Rheingau-Taunus.
Der BUND plant, die Aktion regelmäßig zu wiederholen, um die weitere Ausbreitung der Lupine einzudämmen und die Entwicklung der Wiesen langfristig zu beobachten. Alle Naturinteressierten, die sich ebenfalls für den Naturschutz engagieren möchten, sind herzlich eingeladen, bei zukünftigen Einsätzen mitzumachen. Kontakt: BUND Taunusstein, www.bund-taunusstein.de

Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer der Ortsgruppe Taunusstein des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) graben gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Rheingau-Taunus die invasive Stauden-Lupine (Lupinus polyphyllus) aus.

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