Keine Entwidmung der Aartalbahn

16. Dezember 2024 | Mobilität, Reaktivierung der Aartalbahn

Der BUND Rheingau-Taunus lehnt die Entwidmung der Aartalbahn zur Umnutzung als Radweg ab

Keine Entwidmung der Aartalbahn

Die Umweltverbände BUND Rheingau-Taunus, Wiesbaden und Taunusstein, der VCD Wiesbaden & Rheingau-Taunus und ProBahn lehnen die Forderung der Bürgerinitiative Radweg Aartalbahn ab, auf der Aartalbahntrasse einen Radweg einzurichten, anstatt den Bahnverkehr zu reaktivieren. Die Forderung nach der Entwidmung und dem Abriss der Bahnstrecke ergäbe nach der Einschätzung der Verbände keinen Sinn. Taunusstein als größte Stadt im Rheingau-Taunus-Kreis sowie die Kreisstadt Bad Schwalbach würden damit für immer von einer Schienenanbindung abgehängt und bekämen dafür nur einen touristischen Radweg, der für berufliche Rad-Pendlerinnen und -Pendler kaum einen Nutzen hätte. Künftigen Generationen würde damit ein leistungsfähiger und klimafreundlicher Schienen-Personenverkehr dauerhaft vorenthalten.

Ein weiteres Gegenargument sei, dass es mit der möglichen Führung eines Radweges auf einer Spur der Bundesstraße 54 und mit dem teilweise ausgebauten Radweg auf dem Graf-Hülsen-Weg zwei sinnvolle Alternativen gäbe. Die Bürgerinitiative gehe auch nicht darauf ein, dass die Aartalbahn als Denkmal ausgewiesen wurde und damit nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz vor Zerstörung, Beseitigung und Umgestaltung geschützt sei.

Dagegen wäre eine Schienenverbindung eine erhebliche Verbesserung auch für Radfahrende, die dann jeweils die kürzeren Strecken zu den Bahnhaltepunkten (z. B. in Bad Schwalbach und Wiesbaden) per Fahrrad und die lange Strecke per Zug und Fahrradmitnahme zurücklegen könnten. Die Machbarkeitsstudie für eine Reaktivierung der Aartalbahn, so Andreas Lange vom BUND Rheingau-Taunus-Kreis, gehe von einer Verlagerung von über 600 Fahrten pro Tag vom MIV (Auto) auf die Aartalbahn aus, es seien 3.000 Fahrgäste pro Tag prognostiziert. Die so genannte Standardisierte Bewertung ergäbe mit dem Nutzen-Kosten-Faktor von 2,12 einen hervorragenden Wert.

Mit Akku-Elektro-Triebfahrzeugen stehen heute moderne, umwelt- und klimafreundliche Fahrzeuge mit hohem Beschleunigungsvermögen zur Verfügung. Derartige Triebwagen lösen beispielsweise ab Dezember 2025 Dieseltriebwagen auf einem 240 Kilometer langen Netz in der West- und Südpfalz ab, so Stephan Kyrieleis vom VCD Wiesbaden. Auch die von der BI angeführten unvermeidlichen Kostensteigerungen sprechen nicht gegen eine Reaktivierung, da auch der monetäre Nutzen entsprechend der Inflation ansteigt. Die Nutzen-Kosten-Untersuchungen berücksichtigen dies, indem die Bewertung mit den Werten für einen vorgegebenen Zeitraum berechnet werden.

„Die Reaktivierung der Aartalbahn ist für uns ein unverzichtbarer Baustein für ein zukunftsfähiges und klimaschonendes Mobilitätsangebot zwischen dem Rheingau-Taunus-Kreis und Wiesbaden“, stellt Lange abschließend fest. „Forderungen zur Umwidmung der Bahntrasse sollten daher schnellstens in der Schublade verschwinden."

BUND Rheingau-Taunus

Für den Vorstand: Andreas Lange

BUND Wiesbaden 

Julia Beltz

BUND Ortsverband Taunusstein 

Thomas Petsch

VCD Wiesbaden & Rheingau-Taunus

Verkehrsclub Deutschland (VCD)Kreisverband Wiesbaden/Rheingau-Taunus e.V. c/o Andreas Henning, Stephan Kyrieleis

ProBahn

Philipp Loth, Stellv. Landesvorsitzender, Barbara Grassel, Regionalvorsitzende Großraum Frankfurt

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