Naturschutzgroßprojekt Wispertaunus

28. Juni 2026 | Artenvielfalt, Klimawandel, Kreisverband Rheingau-Taunus, Nachhaltigkeit, Naturschutz, OV Heidenrod, Wald im Rheingau-Taunus

Wispertaunus Naturschutzgroßprojekt  (Erik Kasper)

Rundgang durch die Heidenroder Planungsflächen Waldwanderung rund um Dickschied und Geroldstein am Sonntag, 21. Juni

Zu einer spannenden Wanderung für alle naturinteressierten luden der Gemeindeforst Heidenrod, der Heimatverein Heidenrod und das Naturschutzhaus e.V. ein. Unter der fachkundigen Führung von Revierförsterin Johanna Köhler führte die Tour durch die Heidenroder Planungsflächen des geplanten Naturschutzgroßprojekts Wispertaunus.


Das Naturschutzgroßprojekt Wispertaunus zeigt eindrucksvoll, wie lebendig und zukunftsorientiert moderner Natur- und Artenschutz sein kann. Mitten in einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Hessens entsteht ein großer Naturwaldverbund – ein Raum, in dem sich Wälder auf natürliche Weise weiterentwickeln und seltene Tierarten wie Wildkatzen, Fledermäuse oder besondere Vogelarten wertvolle neue Lebensräume finden können.
Besonders spannend ist dabei die Perspektive: Hier geht es nicht nur darum, Wälder zu schützen, sondern aktiv Zukunft zu gestalten. Natur erleben, Artenvielfalt entdecken und ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Mensch und Umwelt fördern – all das sind wichtige Ziele des Projekts. Gesunde Wälder leisten einen wertvollen Beitrag für Klima, Tierwelt und kommende Generationen. Der Wispertaunus entwickelt sich damit zu einem inspirierenden Beispiel für nachhaltigen Naturschutz mit Blick auf die Zukunft.

Im Mittelpunkt des Projekts steht die Idee, auf einer vergleichsweise kleinen Fläche von etwa 1.000 Hektar die forstwirtschaftliche Nutzung ruhen zu lassen. Der Wispertaunus ist Teil des rund 22.000 Hektar großen Hinterlandswaldes. Um die am besten geeigneten Flächen zu bestimmen, untersucht die Zoologische Gesellschaft Frankfurt derzeit auf etwa 7.600 Hektar die Lebensräume von Wildkatze und weiteren Tierarten.
Für viele Teilnehmer war besonders interessant zu erfahren, dass die Kommunen weiterhin Eigentümer ihrer Flächen bleiben. Zudem entsteht durch den vorgesehenen Ernteverzicht ein finanzieller Ausgleich. Dadurch können Naturschutz und kommunale Interessen sinnvoll miteinander verbunden werden.
Ebenso positiv aufgenommen wurde die Information, dass die Natur für Menschen weiterhin erlebbar bleibt. Wanderer und Fahrradfahrer sind auch künftig willkommen. Auch für die Jagd ergeben sich keine Einschränkungen – im Gegenteil: Die Rolle der Jägerschaft wurde ausdrücklich hervorgehoben. Durch ein angepasstes Wildtiermanagement leisten Jäger einen wichtigen Beitrag zur natürlichen Verjüngung des Waldes und damit zum langfristigen Erhalt eines gesunden und vielfältigen Lebensraumes.


Die Teilnehmer haben darauf hingewiesen, dass die Kommune in dem Beschluss für den Naturwald (kein Naturschutzgebiet!) explizit aufführen sollte, dass die Grundlage des Beschlusses ist, dass es weder ein Betretungsverbot für Bürger noch Einschränkungen für Jagdgesellschaften gibt. Es müssen faire und nachvollziehbare Regelungen für alle Beteiligten geben. 
Gesunde Wälder sind wichtig für Klima, Tiere und die nächsten Generationen. Das Projekt verbindet nachhaltigen Naturschutz mit kommunaler Verantwortung und schafft eine ausgewogene Lösung zwischen ökologischen Zielen und den Interessen der Gemeinden.

Erik Kasper
BUND
RTK

 

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